Gesundes Wachstum braucht Zeit
Die spätere Körpergröße Ihres Welpen ist genetisch vorgegeben- mehr Futter macht ihn nicht grösser, sondern lässt ihn nur schneller wachsen. der Körper setzt überschüssige Energie direkt um, das belastet das Skelett. Auch wenn ein schlanker, sportlicher Hund im Erwachsenenalter ieal ist, bei Welpen sind sichtbare Rippen kein Gesundheitsmerkmal.
Ein Welpe der zu schnell wächst,
baut ein wackeliges Fundament auf. Knochen, Sehnen, Bänder und Gelenken bleiben instabil und gewissermaßen unterentwickelt- und die Folgen zeigen sich oft erst Jahre später in mangelnder Belastbarkeit und frühzeitigen Alterserkrankungen
Nur gleichmäßiges, gesundes Wachstum schafft ein Gerüst aus starken Knochen und belastbaren Gelenken, das ein ganzes Leben trägt
Schnelles Wachstum, die stille Gefahr
was Aussen unscheinbar wirkt hinterläßt Innen schwere Schäden.
Knorpeldefekte, gummiartige Knochen, feinste Risse und Brüche, schlecht ausgebildete Gelenke, ungleichmäßiges Knochenwachstum. Lahmheiten und wackeliger Gang sind die Folge
eine dauerhafte Überversorgung mit Kalorien fördert die Entstehung überzähliger Fettzellen und erhöht das Risiko späterer Fettleibigkeit.
Das stürmischste Wachstum durchlebt ein Welpe in seinen ersten ( 4.-6.) Lebensmonaten. Und obwohl große Rassen eine längere Wachstumszeit benötigen, wachsen sie nicht etwa langsamer als die Kleineren, sondern machen im Gegenteil in kürzerer Zeit eine rasantere Gewichtsentwicklung durch. Zum Ende des ersten Lebensjahres verlangsamt sich das Wachstum wieder etwas, aber die Forderung nach einer maßvollen Fütterung gilt weiterhin bis zum Abschluss des Wachstums.
Gesundheitliche Schäden durch zu reichhaltige Fütterung oder andere Fehlversorgungen betreffen besonders, aber nicht ausschließlich Hunde großer Rassen! Leider gilt: was im ersten Lebensjahr versäumt wurde, lässt sich im späteren Leben nicht mehr nachholen oder korrigieren.
So erkennen Sie als Besitzer ein zu schnelles Wachstum Ihres Welpen:
Groß, dünn, zu schwer
-das sind die typischen Warnzeichen
Optische Täuschung
Der Welpe wirkt oft schlank/schlaksig und ist zu groß für sein Alter- nicht dick wie ein überfütterter erwachsener Hund. Die Rippen sind häufig nicht nur tastbar, sondern deutlich sichtbar.
Die Kriterien des BCS zur Bestimmung von Übergewicht bei erwachsenen Hunden finden hier keine Anwendung!
Die Wachstumskurve
zeigt, dass er sein berechnetes Gewicht deutlich überschreitet, er also für sein Alter zu schwer ist.
Die Folgen:
was außen unscheinbar wirkt, hinterlässt Innen schwere Schäden.
Knorpeldefekte, gummiartige Knochen, feinste Risse und Brüche, schlecht ausgebildete Gelenke, ungleichmäßiges Knochenwachstum. Lahmheiten und wackeliger Gang sind die Folge.
Die Lösung:
Durch eine angepasste Ration das Wachstum verlangsamen und auf einen gesunden Weg zurückführen.
Bei schweren Skelettschäden in Folge einer ungeeigneten Fütterung reicht eine Rationsanpassung zur Verlangsamung des Wachstums allein nicht aus. In solche Fällen ist es notwendig tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das Tier sollte engmaschig beobachtet und gegebenenfalls therapeutisch begleitet werden.
Wie kommt es zu einer Überversorgung mit Energie?
oft sind es folgende Gründe:
- Sie füttern ein zu energiereiches Futter (Achtung Fettgehalt!)
- Sie füttern eine vom Hersteller angegebene Menge, die jedoch für Ihren Hund zu hoch sein kann
- sie füttern ad libitum, also soviel, wie der Welpe fressen möchte (und gerade Welpen haben gefühlt ständig Hunger!)
- Sie füttern viel neben den eigentlichen Rationen dazu:
- Leckerchen in der Erziehung und dem Training
- Kauartikel wie Ochsenziemer, Rinderhautknochen, Schweineohren
- Tischreste,
die alle oft mehr Kalorien enthalten als man denkt
Die Lösung:
der Mini-Energie-Check:
ich überprüfe die Energieversorgung (kcal od. MJ) ihres Welpen- inklusive Leckerchen und Kauartikeln.
Sie möchten den Mini-Energie-Check Welpe buchen?
Kosten: 30,-€
Eine kurze Nachricht über das Kontaktformular genügt
- Stichwort: " Mini-Energie-Check Welpe"
Eine überhöhte Fütterung von Eiweiß führt nur dann zu stärkerem Wachstum des Welpen, wenn gleichzeitig auch der Energiebedarf des Tieres überschritten wird! Hohe Mengen Eiweiß im Futter bringen allerdings keinen gesundheitlichen Nutzen.
Sie belasten im Gegenteil über den vermehrten Anfall von ausscheidungspflichtigen Substanzen unnötig die Entgiftungsorgane Leber und Niere. Der Grundstein für spätere gesundheitliche Probleme kann hier schon gelegt werden.
Ein Beispiel , das mir in ähnlicher Form schon öfter begnet ist:
Ein 44 Wochen alter Junghund – extrem aufgedreht, kaum zur Ruhe zu bringen, geht zu Hause über Tisch und Bänke, ist nie wirklich ruhig.
Bei der Überprüfung der Ausgangsration zeigen sich deutliche Ungleichgewichte in der Nährstoffversorgung:
- Magnesium, Jod, Selen, Kupfer, Kalium, Natrium und Schwefel sind nicht oder nicht ausreichend abgedeckt
- Mangan istdeutlich überdosiert.
- Die B-Vitamine (mit Ausnahme von B1 und B12) wurden nicht gedeckt
- Der Vitamin-E-Gehalt liegt dagegen etwa beim Zehnfachen des Bedarfs.
- eine Deckung der Linolsäure ist nicht gegeben.
- essenzielle Fettsäuren wie EPA und DHA (aus Omega-3-Fettsäuren) sind nicht in der Ration enthalten
- Es bestehen keine Angaben zum Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 – ein wichtiger Parameter für Entzündungsregulation und Hautgesundheit.
Insgesamt ergibt sich ein unausgewogenes Bild, das sowohl den Energiestoffwechsel als auch die Haut- und Schilddrüsengesundheit beeinträchtigen kann.
Ein Ungleichgewicht zwischen Calcium, Phosphor und Magnesium kann den Stoffwechsel junger Hunde deutlich belasten. Besonders Magnesium spielt eine wichtige Rolle für die Regulation des Calciumstoffwechsels und die Stabilität von Nerven und Muskeln. Fehlt es daran, kann es trotz ausreichender Calciumzufuhr zu Regulationsstörungen kommen – mit Folgen für Knochenstoffwechsel, Muskelspannung und allgemeine Ruhe und Konzentrationsvermögen.
Der Phosphorüberschuss wird zwar im Blut durch Calcium gebunden und damit kurzfristig abgepuffert, aber das überschüssige Phosphat muss dennoch über die Nieren ausgeschieden werden.
Die von mir erstellte neue Ration verwendete ein anderes Trockenfutter mit besserer Nährstoffabdeckung, sowie frisches Fleisch und Leber, etwas Getreide, Gemüse, sowie eine gezielte Versorgung mit Omega 3 Fettsäuren und Linolsäure. Ein passend ausgewähltes Mineralstoffpräparat rundet die Ration ab. Die überhöhte Mangan- und Vitamin E- Versorgung konnte deutlich reduziert werden, die übrigen Mineralstoffe und B Vitamine sind gedeckt. Die Energieabdeckung wurde erhöht und kann bei Bedarf problemlos durch zusätzliche Kohlehydraten oder Fett weiter angepasst werden. Auch gelegentliche zusätzliche Gaben von Protein (im Hinblick auf die Phosphorzufuhr und Calcium- Phosphor Balance) sind mit dieser Ration unproblematisch.
Nach der Futterumstellung kam der Hund deutlich zur Ruhe und der Alltag für alle Beteiligten wurde wesentlich stressärmer.
Hinweis zur Knochen- und Kauartikel-Fütterung
Knochen sind toll für die Zähne- aber sie beeinflussen auch die Nährstoffbilanz. Frische Knochen enthalten sehr viel Calcium, Kauknochen dagegen meist mehr Phosphor und schwer verdauliches Eiweiß.
Werden sie regelmässig verfüttert, wird das Gleichgewicht von Calcium zu Phosphor im Futter verschoben. Die minderwertigen Proteine in Kauknochen belasten die Nieren und die Verdauung und erhöhen die Energiezufuhr teilweise drastisch.
Jegliche regelmäßige Form der Knochenfütterung – ob rohe Knochen oder Kauknochen – sollte in die Ration mit einberechnet werden.
Was braucht ein Welpe wirklich?
Welpen benötigen eine bedarfsgerechte Fütterung
Welpen sind klein - ihr Nährstoffbedarf ist es nicht!
Im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht benötigen sie deutlich mehr Nährstoffe als erwachsene Hunde. Denn sie bauen ihren Körper von Grund auf auf.
Knochen, Muskeln, Organe, Nervensystem- alles entsteht neu und braucht dafür Baustoffe. Ohne eine bedarfsgerechte Fütterung mit allen wichtigen Mineralien, Vitaminen, Fettsäuren gerät dieser Aufbau schnell aus dem Gleichgewicht.
Unter- oder Überversorgungen kann ein Welpe kaum ausgleichen, ihm fehlen die Reserven.
Eine falsche Mineralstoffzufuhr kann das empfindliche Wachstum stören und z. B. Skelettprobleme verursachen.
In der ersten Wachstumsphase ist die Futtermenge im Verhältnis zum Körpergewicht besonders hoch ( 4-6% des Köpergewichts) , später wird sie - gemessen am Gewicht- allmählich kleiner. Zwar nimmt die Futtermenge insgesamt zu, aber das Wachstum schwächt sich über die Zeit langsam ab. Ein erwachsener Hunde benötigt bei normaler Bewegung nur noch ca. 2-3% seines Körpergewichts an Futter. Der Welpe wächst sozusagen in seine Erwachsenenration hinein.
warum das Calcium/Phosphor- Verhältnis im Futter so wichtig ist
ein ausgewogenes Verhältnis von Calcium und Phosphor im Futter ist entscheidend für gesunde Knochen., beim Welpen erheblich mehr als beim erwachsenen Hund. mehr kalizum bedeutet dabei nicht automatisch stabilere Knochen- im Gegenteil. Ein zuviel an Calcium kann das natürliche Gleichgewicht der mineralstoffe im Körper stören- mit weitreichenden Folgen. und ähnlich schädlich wirken wie ein zuviel an Phosphor. Vor allem jungen hunde nehmen in den ersten Lebensmonaten fast 100% des gefürtterten Calciums auf-ob gebraucht oder nicht. zuviel davon kann zu einem calcium Überschuss im Blut führen, zu einem gestörten Calcium-Phosphor-Verhältnis im Knochengewebe und zur Ablagerung von Calcium in inneren Orgenen - insbesondere bei gleichzeitig hoher Vitamin D -Zufuhr- .
weiterhin kann überschüssiges Calcium die Aufnahme anderer Mineralstoffe hemmen.
Auch eine zu hohe Phosphor-Zufuhr ist problematisch: Der Körper versucht dann, das Gleichgewicht im Blut wieder herzustellen, indem er Calcium aus den Knochen mobilisiert. Das schwächt langfristig die Knochensubstanz.
Nur erwachsene, gesunde Hunde können ein Ungleichgewicht zwischen Calcium und Phosphor zeitweise ausgleichen, jedoch nicht auf Dauer. Auch ihre Knochengesundheit leidet bei einem langfristig falschen Mineralstoffverhältnis.
Weiterhin wichtig:
Wenn Sie selbst Rationen zusammenstellen, denken Sie bitte daran:
Auch der Calciumbedarf des jungen Hundes ( generell aller Hunde) lässt sich nicht durch Milchprodukte decken. Die meisten Milchprodukte enthalten sogar mehr Phosphor als Calcium. Auch Knorpel sind kein Ersatz für Calciumpräparate. Um Mineralisierungsdefekte der Knochen zu vermeiden ist bei selbst erstellten Rationen die gezielte Gabe eines Kalziumpräparats in berechneter Menge unerlässlich.
Anders sieht es bei Fertigfutter aus. Ist das Futter bedarfsdeckend konzipiert, kann eine zusätzliche Kalziumgabe mehr schaden als nützen.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Tier richtig versorgt ist, lassen Sie die Ration überprüfen- gern durch mich. Dies ist eine wenig aufwändige Maßnahme , aber ein gewaltiges Plus für eine gesunde Entwicklung.
Vitamin A und Vitamin D - die Dosis machts
Vitamin A
zu wenig : schwächt Immunsystem , Augen und Knochenentwicklung
zu viel: kann zu unerwünschten Knochenzubildungen führen, Leberbelastung
Vitamin D
zu wenig: Knochen werden schlecht mineralisiert
zu viel: kann zu Verkalkungen an Organen und Gefäßen führen
Unter- und Überversorgung im Wachstum kann bleibende Schäden verursachen, die später nicht mehr ausgeglichen werden können.
Gleichzeitig bietet eine ausgewogene Fütterung die Chance, genetische Belastungen wie die Neigung zu Gelenkproblemen (HD,ED...) positiv zu beeinflussen und dem Welpen einen gesunden Start ins Leben zu ermöglichen.